Kategorie-Archiv: Leben und Wohnen

Ein Garten Eden

„Ein Garten Eden inmitten der Hölle“ ist die Lebensgeschichte der heute 103jährigen Pianistin Alice Herz-Sommer. 1903 wurde sie in Prag in ein feinsinniges Elternhaus hineingeboren, ein Haus, in das Künstler und Literaten ein und aus gingen. Max Brod gehörte mit zum Kreis der Verehrer von Alices älterer Schwester, Felix Weltsch, Gustav Mahler und Oskar Baum waren häufig Gäste der Familie und Franz Kafka war für Alice wie ein Bruder.

1941 bricht das Unheil in die Welt von Alice Herz-Sommer: Ihre Mutter wird deportiert. Und da fasst sie einen verzweifelten Entschluss: Sie wird die 24 Etüden von Frédéric Chopin einstudieren, die technisch schwierigsten Klavierstücke, die sie kennt und die selbst ein Artur Rubinstein nie alle gespielt hat. Hinter diesem Vorhaben steht ein wenig magisches Denken: Vielleicht wird ja alles gut enden, wenn sie diese schwierige Aufgabe meistert.

Doch 1943 werden sie, ihr Mann und ihr sechsjähriger Sohn nach Theresienstadt deportiert, wo sie vor den Häftlingen die Chopin-Etüden spielt. Ihr gelingt es, ihren Sohn Raphael für die Musik zu begeistern, dass er später zu einem berühmten Cellisten wird. Alice Herz-Sommer und Raphael entgehen wie durch ein Wunder dem Transport nach Auschwitz. Ihr Mann aber starb in Dachau. Nach dem Krieg zieht sie nach London, wo sie heute noch lebt. Ihr Sohn ist mittlerweile verstorben.

Alice Herz-Sommer erzählt vom Prag Kafkas ebenso wie von der Hölle der Lager, in ihrer Geschichte klingen sowohl Musik als auch die Befehle der Wachmannschaften von Theresienstadt. Ihr Leben ist die Geschichte einer doppelten Liebe: der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind und der Liebe einer Künstlerin zur Musik.

Ein Garten Eden inmitten der Hölle erscheint am 21. September!