Archiv für den Monat: Februar 2007

Wahrhaft deutsch

Auf Seite 40 der Ausgabe vom 4. Februar 2007 meldet „Bild am Sonntag“ Erschreckendes: „60 Prozent der Deutschen können kein Englisch.“ Deswegen prangert Redakteur Helmut Böger Versäumnisse in der Bildungs- und Schulpolitik an? Mitnichten! Er macht Werbung für die Initiative „Lebendiges Deutsch“. Dazu gehören seit einem Jahr Josef Kraus, Präsident des Lehrerverbandes, Professor Dr. Walter Krämer, Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache, der Autor Wolf Schneider und Dr. Cornelius Sommer von der Stiftung Deutsche Sprache.
Auf ihre deutschen Fahnen haben sie sich geschrieben: Weg mit englischen Wörtern! Obwohl kaum jemand lebendiger wird, wenn man ihm etwas wegnimmt, melden sie sprachliche Ersatzansprüche an, beispielsweise „Sichtfeld“ statt „Display“ – als ob ein Autofahrer jemals ein Reh in seinem Display gehabt hätte.
Doch es kommt noch lebendiger: „Airbag“ soll dem „Prallkissen“ weichen. Das klingt zwar nach erhöhter Unfallgefahr, aber es klingt den Initiatoren trotzdem gut in den Ohren. Unverdrossen sammeln Kraus, Krämer, Schneider und Sommer weitere Vorschläge – und fällt Ihnen etwas auf? Diese Namen sind wahrhaft deutsch – kein Miller oder Smith darunter…
Merkwürdig: Wörter wie Flirt und Sex wollen diese Männer nicht aus dem Sprachschatz verschwinden lassen. Wenn es spannend wird, kneifen sie! „Werbender Annäherungsversuch eines möglichen Partners“ wäre doch die eine, „Mehr oder weniger wilde Annäherung zum Zwecke des Austausches von Körperflüssigkeiten“ die andere Möglichkeit. Unterstützen soll man die Initiative „Lebendiges Deutsch“ übrigens per E-mail.

Per E-Mail? Aber, meine Herren, Sie sollten um PC-Briefe bitten…

Feuer fordert Todesopfer

Wilhelmshaven (tj). Bis in die Vormittagsstunden hat die Feuerwehr gegen einen Brand in einem Mehrfamilienhaus gekämpft, ein 48-Jähriger kam ums Leben: Ein Mieter schlug am Sonntag um 3.38 Uhr Alarm, weil sich im Flur seiner Wohnung Qualm ausbreitete. Feuerwehr und Polizei rasten los, waren nach drei Minuten in der Südstadt. Die Feuerwehrmänner brachen die Tür der Nachbarwohnung auf, für einen 48-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, die anderen drei Familienmitglieder und ein Kind, das zu Besuch war, wurden mit Rauchvergiftungen in ein Krankenhaus gebracht. Die weiteren fünf in dem unbewohnbar gewordenen Haus lebenden Mieter kamen bei Freunden und Bekannten unter. Die Brandursache ist noch nicht bekannt.

Ein Dach für Blogs

Wilhelmshaven. Immer mehr blogs widmen sich wichtigen Themen. Doch: Man findet solche Informationsquellen oft nur per Zufall in einer Suchmaschine oder wegen einer Verlinkung auf irgendeiner Seite. Ich möchte die Suche einfacher machen. Deswegen kann hier jede und jeder auf http://blogdach.beeplog.de spannende Netzseiten vorstellen. Einfach eine mail schicken an heinzpetertjaden@arcor.de

Verwaltung der Privatleute

Wilhelmshaven/Hannover (tj). Schon Schweigen ist Betrug (Konstantin Wecker). Über drei Monate hat die Kommunalaufsicht für die Antwort auf meine Eingabe vom 24. Oktober 2006 benötigt. Begründung des Sachbearbeiters Henning Sack: „Sie werden verstehen, dass ich mir zu den Fragen zunächst von der Stadt Wilhelmshaven habe umfassend berichten lassen. Der Bericht der Stadt Wilhelmshaven wurde anschließend noch um eine dienstliche Erklärung des Rechtsamtsleiters, Herrn Minssen, ergänzt.“
Gut Dng will eben Weile haben? Die Schlussfolgerung der Kommunalaufsicht liest sich unter dem Beteff „Kostenerstattung durch den Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven“ so: „Nach der sich aufgrund der vorliegenden Unterlagen ergebenden Rechtslage sehe ich keinen Anlass, der ein kommunalrechtliches Einschreiten erforderlich machen würde.“
Diese Schlussfolgerung stelle ich hiermit auf den Prüfstand: Rechtsamtsleiter Manfred Minssen hat mir am 28. September 2006 im Namen von Oberbürgermeister Eberhard Menzel eine Abmahnung zukommen lassen. Ich wurde aufgefordert, mein blog mit fiktiven Interviews „unverzüglich zu beseitigen“. Ich setzte die ausgedachten Gespräche mit Eberhard Menzel fort. Darauf reagierte der Oberbürgermeister über das Rechtsamt am 5. Oktober 2006 mit einem Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung. Zum Termin erschien am 17. Oktober 2006 der Rechtsamtsleiter, der Richterin erklärte er, Menzel sei nicht in der Stadt. Einen Tag später zog der Oberbürgermeister seinen Antrag zurück. Da Manfred Minssen vor dem Amtsgericht betont hatte, dass sich Menzel als „Privatperson beleidigt“ fühle, hakte ich per mail beim Pressesprecher der Stadt, Arnold Preuß, nach und wollte wissen, wer die Kosten des Vorgehens gegen mich trage. Die Gerichtskosten trage Menzel, antwortete Preuß, ansonsten seien keine entstanden, weil der Rechtsamtsleiter den Oberbürgermeister in seiner Freizeit vor Gericht vertreten habe und er als Pressesprecher lese meine Seiten quasi aus dienstlichen Gründen.
So haben sie es auch gegenüber der Kommunalaufsicht dargestellt. Doch: Auf der Abmahnung vom 28. September 2006 hat Manfred Minssen als Rechtsamtsleiter handschriftlich vermerkt: „Herr Preuß wurde gebeten, die Internetadresse zu beobachten.“ Warum wurde Arnold Preuß darum gebeten, wenn er meine Seiten sowieso regelmäßig liest? War das eine private Bitte oder eine dienstliche Anweisung? Und: Wann hat Manfred Minssen die Abmahnung formuliert? Ebenfalls in seiner Freizeit?
Diese Fragen sind Manfred Sack von der Kommunalaufsicht offenbar nicht beantwortet worden, denn er schreibt nur: „Die Stadt Wilhelmshaven bestätigt, dass die Vertretung des Herrn Menzel bei der mündlichen Verhandlung durch Herrn Minssen erfolgt ist, auch dieser habe in der Sache ausschließlich als Privatmann gehandelt.“
Das tat er in der Sache immer? Manfred Minssen setzte also auch den Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung am 5. Oktober 2006 als Privatmann auf? Dieser Antrag umfasst immerhin drei Seiten, hinzugefügt worden sind 16 kopierte Seiten mit den bis dahin erschienenen fiktiven Interviews und anderem.
Bekanntermaßen hat die Verwaltung einen Sparkommissar. Wenn der erfährt, dass städtische Mitarbeiter hin und wieder lediglich als Privatpersonen handeln und so vorübergehend keine Kosten verursachen, dann kommt der bestimmt auf ganz neue Ideen…

Die fiktiven Interviews und mehr

Weg mit mails vom BKA!

Wilhelmshaven (tj). Läuft auch gegen Sie ein Ermittlungsverfahren des Bundeskriminalamtes (BKA)? Auch in Wilhelmshaven kommen inzwischen mails an, die angeblich vom BKA stammen und als Betreff die Nummer eines Verfahrens haben. 2sechs3acht4 informierte sofort die Wilhelmshavener Polizei, die von diesem neuen Virusangriffsversuch bis dahin noch nichts gehört hatte.