Archiv für den Monat: August 2006

No-Jobcenter

Idee ins Abseits befördert

Wilhelmshaven. „Fordern und fördern“ lautet das Motto der Jobcenter? Unaufgefordert jedoch wird man schnell in einen Papierkrieg befördert, der unter Umständen länger dauern kann als der 30-jährige Krieg. Da hilft nur eins: Anträge zurückziehen, die Waffen strecken. Sonst wird nie etwas aus einer Idee, wie aus meiner, die ich am 20. März 2006 bei einem Chat mit einem Fan von Dynamo Dresden hatte: Bundesweite Seiten einrichten für die Fans aller Fußballvereine, dort Aktionen vorstellen, gemeinsame Begeisterung entfachen. „Gute Idee“, fand der Niedersächsische Fußballverband, den ich am 21. März 2006 informierte. Also stellte ich schon einmal ein paar Seiten ins Netz, denn Werbung konnte nie schaden. Informiert wurde von mir auch das Jobcenter, am 9. Mai 2006 schaltete ich sogar eine Anzeige in der „Wilhelmshavener Zeitung“. Zwischenzeitlich hatte mich das Jobcenter dazu aufgefordert: Wenn Sie mit diesen Fan-Seiten den Sprung in die Selbstständigkeit wagen wollen, dann unterrichten Sie bitte das Finanzamt, das Gewerbeaufsichtsamt und die Künstlersozialkasse, die für die Sozialversicherung zuständig wäre, wenn aus einem Hobby eine „gewerbsmäßige Tätigkeit“ wird. Wurde erledigt – und von der Künstlersozialkasse bekam ich auch umgehend einen Formularsatz, vom Jobcenter einen Antrag auf Gewährung von Einstiegsgeld für sechs Monate. Füllte ich aus – am 11. April 2006. Zwei Monate später meldete sich erneut die Künstlersozialkasse, forderte Nachweise über meine bisherigen Einnahmen, die ich noch gar nicht haben konnte, weil es noch gar keine Entscheidung des Jobcenters gab. Dort tüftelte man derweil weitere Fragen an mich aus, die mir am 23. Juni 2006 zugestellt wurden. Manches grenzte schon an Spionage, denn gefordert wurde von mir beispielsweise der Nachweis, dass ich bei einer Förderung meinen Computer nur beruflich, keinesfalls privat nutzen würde. Vorlegen sollte ich außerdem eine „bisherige“ Gewinn- und Verlustrechnung für meine Fan-Seiten, die aus der Planungsphase noch gar nicht herausgekommen waren. Andererseits ließ das Jobcenter Zweifel an meinem Projekt durchschimmern und erkundigte sich zum wiederholten Male, wie ich mit den Fanseiten überhaupt Einnahmen erzielen wollte. Das hatte ich zwar schon erläutert, aber doppelt und dreifach fragen ist wohl besser, wenn man nie zuhört. Und ich würde die Behörden, die ich auf Geheiß des Jobcenters über meine Idee informiert habe, wohl nie wieder los werden. „Jetzt geht es los“, singen die Fans, wenn es für die eigene Mannschaft gut läuft, aber noch besser werden könnte. Das Jobcenter jedenfalls hätte ich besser nicht über meine Idee informiert. Denn: Wenn etwas aus den Fan-Seiten werden soll, muss ich es allein probieren. „Fordern und fördern“ ist eben wohl doch nur eine Floskel in Sonntagsreden. Gefördert worden wäre ich übrigens mit höchstens der Hälfte des Regelsatzes, also mit monatlich 172,50 Euro. Die erste Rate habe ich inzwischen bereits ausgegeben, ohne das Geld jemals erstattet zu bekommen – mehr kann ich mir nicht leisten…
Das machte ich dem Job-Center vergangene Woche bei einem persönlichen Gespräch noch einmal klar. Die Reaktion: Achselzucken…
Heinz-Peter Tjaden

Jeder Brief des Jobcenters endet übrigens mit „Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.“ Wie man allerdings Fragen stellen soll, wenn nie jemand ans Telefon geht, bleibt mir verborgen.
Bei Radio Jade gibt es dazu ein Diskussionsforum

In eigener Sache

Wilhelmshaven. Zwei Blogger aus Potsdam haben sich Kommentare meiner Beiträge zum Hobby gemacht. Ich bekomme dann jeweils mails, in denen ich über die Anmerkungen informiert werde. Da ich die Kommentatoren inzwischen kenne, lösche ich diese mails ungelesen. Jede Zeile an mich von diesen beiden ist also reine Zeitverschwenung…
Heinz-Peter Tjaden

Ponys gehen mit Kutsche durch

Middelsfähr (tj). Eine Schwerverletzte, eines der beiden Ponys eingeschläfert: Bei Middelsfähr sind die Ponys mit einer Kutsche durchgegangen, in einer Kurve krachte die Kutsche erst gegen einen Baum, dann gegen einen Zaun. Die 41-jährige Kutscherin erlitt schwere Verletzungen, eine Mitfahrerin kam mit leichten Blessuren davon.

Wunsch-Nacht

Wilhelmshaven (tj). Schon seit Wochen freut sich Kyra auf die „Sternschnuppen-Nacht“. Mit ihren Freundinnen Jessica und Ann-Kathrin will sich die 13-Jährige auf einen Weg am Deich legen und beobachten, was am Himmel geschieht. Der Sternschnuppenschwarm der Perseiden verspricht ein fantastisches Schauspiel. Bis zu 110 Meteore pro Stunde können heute Nacht aufleuchten. Kyra und ihre Freundinnen haben also viele Wünsche frei…

Fürwahr…

die Wilhelmshavener SPD ist eine tolle Partei, hat sich entschieden für einen Kommunalwahlkampf, in dem nur noch die Wahrheit gesagt wird. Nicht wie Menzel, als er Oberbürgermeister werden wollte und das Blaue vom Himmel versprach. Der ist wohl inzwischen aus der SPD ausgeschlossen worden? Das Motto lautet „Unser Wilhelmshaven“. Fürwahr, das ist unvergleichlich! Wo warst du Adam? hat die SPD bewiesen, dass sie sich in der Literatur bestens auskennt. Frank und frei hat sie auch für den einen neuen Job gefunden. „Unser Wilhelmshaven“ ist auch das Motto bei der „Wilhelmshavener Zeitung“. Allerdings: Das schreit man da hinter den Kulissen. Geworben wird dagegen von denen kurz vor der 20000-Exemplare-Auflage mit „Es ist uns egal, wo Sie uns lesen.“ Aber als Sozialdemokrat muss man ja nicht alles lesen. Walter Schulz beispielsweise seine Urkunden nicht. Hat der eigentlich jemals eine für die gescheiterte Verhinderung des Freizeitheims Nord bekommen? Von den 16- bis 18-Jährigen wird nach einer Umfrage in Wilhelmshaven kaum jemand zur Wahl gehen. Die können lesen! „Unser Wilhelmshaven“ – das lädt zu Sprüchen ein. Also, liebe Wilhelmshavener SPD, wir Wähler werden zwar nur zu bestimmten Terminen hofiert, aber Wilhelmshaven gehört euch ganz bestimmt nicht! Aber endlich einmal habt ihr den Mut, euren Besitzanspruch zur Wahl zu stellen. Nun denn: Dieses Wilhelmshaven könnt ihr gern behalten. Vielleicht sollten wir die schlechtesten Sprayer der Stadt engagieren?
Heinz-Peter Tjaden

Schon wieder so ein Unfall!

Wilhelmshaven (tj). Das Motorrad ist bis zum Neuengrodener Weg geflogen: Beim Linksabbiegen vom Triftweg in die Freiligrathstraße übersah ein 30-jähriger Autofahrer am Freitag gegen 6.35 Uhr einen Motorradfahrer. Bei dem Zusammenstoß wurde der 50-Jährige 20 Meter durch die Luft geschleudert und schwer verletzt. Der 30-Jährige erlitt einen Schock. Der Verkehr wurde bis 8 Uhr über Neuengroden umgeleitet.

Wildnis in der Stadt

*Wildnis in der Stadt“ – wie sieht das aus, was soll das sein? Gibt es das überhaupt? Der NABU und sein Kooperationspartner Vodafone schreiben zu dieser Frage einen Fotowettbewerb aus. Das Besondere: Fotografiert werden darf nur am 9. und 10. September und zugelassen sind lediglich Aufnahmen von Digitalkamera oder Handy. Gesucht werden Natur-Motive aller Art, soweit sie einen Bezug zum scheinbaren Gegensatz Stadt und Wildnis haben.

*Uns hat die Idee, moderne Technik und Naturerlebnis kreativ miteinander zu verbinden, fasziniert“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. *Es ist zugleich eine andere Art, die Menschen für die Schönheit und Bedeutsamkeit unserer Natur zu sensibilisieren.“

Auch Dr. Bernhard Lorentz, Leiter Corporate Responsibility und Stiftungen bei Vodafone sieht den Reiz in diesem Gegensatz: *Mittlerweile gibt es mehr als 70 Millionen Handynutzer in Deutschland. Die meisten besitzen bereits ein Handy mit integrierter Kamera, über die sie oft miteinander Videotelefonieren. Jetzt heißt es, mit dieser modernen Technik Fotos von Wildnis-Motiven in der Stadt zu knipsen. Durch das Auge der Kamera wird ein Teil der Umgebung völlig neu entdeckt und gewinnt für jeden dadurch eine andere Bedeutung.“

Für die ersten drei Plätze gibt es je ein hochwertiges Fotohandy, weitere Preise gibt es für die besten Bilder von Platz 4 bis 20. Als Sonderpreis für das originellste Foto verlost der NABU ein Erlebniswochenende auf Fehmarn im Wasservogelreservat Wallnau. Zudem werden die besten Einsendungen auf der NABU- und der Vodafone-Website gezeigt sowie in der NABU-Zeitschrift Naturschutz heute abgedruckt. Die Siegerfotos wählt eine Fachjury aus.

Die Bilder – nicht mehr als drei je Teilnehmer – als JPG oder TIF und in einer Größe von mindestens 10 mal 15 Zentimetern (bei 300 dpi) mailen an wildnis@NABU.de. Die ersten Bilder dürfen nicht vor dem 9.September 9 Uhr eingehen, Einsendeschluss ist am 10. September um Mitternacht.

Vodafone und der NABU haben am 9. Mai 2005 einen Kooperationsvertrag geschlossen. Mit ihrer auf vier Jahre angelegten Partnerschaft wollen sich die beiden Partner gemeinsam in konkreten Projekten für die Ziele des Naturschutzes und der nachhaltigen Entwicklung engagieren.

Ein Garten Eden

„Ein Garten Eden inmitten der Hölle“ ist die Lebensgeschichte der heute 103jährigen Pianistin Alice Herz-Sommer. 1903 wurde sie in Prag in ein feinsinniges Elternhaus hineingeboren, ein Haus, in das Künstler und Literaten ein und aus gingen. Max Brod gehörte mit zum Kreis der Verehrer von Alices älterer Schwester, Felix Weltsch, Gustav Mahler und Oskar Baum waren häufig Gäste der Familie und Franz Kafka war für Alice wie ein Bruder.

1941 bricht das Unheil in die Welt von Alice Herz-Sommer: Ihre Mutter wird deportiert. Und da fasst sie einen verzweifelten Entschluss: Sie wird die 24 Etüden von Frédéric Chopin einstudieren, die technisch schwierigsten Klavierstücke, die sie kennt und die selbst ein Artur Rubinstein nie alle gespielt hat. Hinter diesem Vorhaben steht ein wenig magisches Denken: Vielleicht wird ja alles gut enden, wenn sie diese schwierige Aufgabe meistert.

Doch 1943 werden sie, ihr Mann und ihr sechsjähriger Sohn nach Theresienstadt deportiert, wo sie vor den Häftlingen die Chopin-Etüden spielt. Ihr gelingt es, ihren Sohn Raphael für die Musik zu begeistern, dass er später zu einem berühmten Cellisten wird. Alice Herz-Sommer und Raphael entgehen wie durch ein Wunder dem Transport nach Auschwitz. Ihr Mann aber starb in Dachau. Nach dem Krieg zieht sie nach London, wo sie heute noch lebt. Ihr Sohn ist mittlerweile verstorben.

Alice Herz-Sommer erzählt vom Prag Kafkas ebenso wie von der Hölle der Lager, in ihrer Geschichte klingen sowohl Musik als auch die Befehle der Wachmannschaften von Theresienstadt. Ihr Leben ist die Geschichte einer doppelten Liebe: der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind und der Liebe einer Künstlerin zur Musik.

Ein Garten Eden inmitten der Hölle erscheint am 21. September!

Kostenlose Hotline

Wilhelmshaven. Frauen wollen mitentscheiden, wenn es um ihre Gesundheit und Fragen wie Krebsvorsorge, die Wahl der Empfängnisverhütung oder das Behandeln von Wechseljahresbeschwerden geht. Dafür ist es wichtig, dass sie gut informiert sind. Nur so können sie ihrem Arzt die richtigen Fragen stellen und aktiv mitwirken. Die Techniker Krankenkasse (TK) bietet deshalb vom 14. bis zum 18. August 2006 täglich von 8 bis 21 Uhr eine kostenlose Hotline an. Fachärzte des TK-Ärztezentrums beantworten unter der Telefonnummer 01802 / 85 00 85 auch für Nicht-TK-Versicherte Fragen zur Frauengesundheit.

Bald Schluss mit Blaualgen?

Wilhelmshaven (tj). Blaualgen im Banter See führen zu hitzigen Diskussionen, denn dieser See wird als Freizeitgebiet immer wichtiger. Forscher tappen jedoch wohl ziemlich im Nassen, wenn es um die Ursachen geht. Da helfen Taten – wie jetzt im Accumer See. Dort hat die Fachhochschule eine Apparatur installiert, die sauerstoffreiches Oberflächenwasser in die Tiefe fördert. Angelegt ist dieses Pilotprojekt auf sechs Monate. Endet es erfolgreich, wird das „Freistrahlverfahren“ auch im Banter See eingesetzt. Davon verspricht sich die Stadt Wilhelmshaven, dass alle – von Gartenbesitzern über Taucher und Schwimmer bis hin zu Anglern – ungetrübten Freizeitspaß haben.

Ganz schön schweigsam…

Wilhelmshaven (tj). Jetzt hüllen sie sich zur Jadezentrums-Umfrage alle in Schweigen: Die ghh-consult aus Wiesbaden, die laut Oberbürgermeister Eberhard Menzel keinen Auftrag für diese Analyse hatte, die ghh-consult, die das Gegenteil behauptet, die Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven, die vor über zwei Monaten eine schnelle Stellungnahme versprach – und die Kommunalaufsicht, die sich seit dem 20. Juni 2006 mit diesem Skandal beschäftigt, beißt im Rathaus wohl auf Granit…Wann wird Wilhelmshaven Drehort für „Das Schweigen“?

Heimpleite für den SVW

Wilhelmshaven (tj). In der Regionalliga hängen die Punkte-Trauben für den SV Wilhelmshaven sehr hoch. Vor 1500 Zuschauern gab es gegen Hertha BSC II eine verdiente 0 : 1-Niederlage, die Christian Müller in der 49. Minute nach einem Torwartfehler perfekt machte. Noch happiger kam es für die Gastgeber, als sich Dario Fossi in der 58. Minute bei einem Abwehrversuch den Knöchel völlig verdrehte.

Die Rückkehr von Superman

Wilhelmshaven (tj). Nach einigen Jahren der Abwesenheit kehrt der Mann aus Stahl zurück auf die Erde. Das erregt das Missfallen seines Erzfeindes Lex Luthor, der sofort Pläne entwirft, die zum Untergang des Mannes aus Stahl führen sollen. Der hat einstweilen als sein menschliches Alters ego Clark Kent ganz andere Probleme: Seine Liebe Lois Lane hat ihm den Rücken zugekehrt. Gibt es überhaupt noch einen Platz für Superman in einer Gesellschaft, die bereits seit langem ohne ihn auskommt? Die Antwort gibt Bryan Singer in der Fortsetzung des Kinoklassikers „Superman“. Über die Kinoleinwand flimmert sie am 16. August, 20 Uhr, im „Kinoplex“.

Als Eberhard einmal…

…vom Einkaufen nach Hause kam, war er ganz begeistert. Atemlos erzählte er seiner Frau: „Ich habe eine Straße mit ganz vielen Geschäften entdeckt.“ Sie blickte nur kurz von ihrer Lektüre auf, antwortete: „So was nennt man Einkaufsstraße“, vertiefte sich wieder in ihr Buch und wunderte sich darüber, dass die Wahl ihres Mannes zum Oberbürgermeister auch in der jüngsten Auflage nicht erwähnt wurde, lautete der Titel doch „Die größten Irrtümer der Menschheit“. Am nächsten Morgen stand Eberhard ganz früh auf, eilte ganz früh ins Rathaus, denn einem Redakteur hatte er anvertraut, dass sonst dieses zu geschehen pflegte: Wenn er um neun Uhr mit festen Vorsätzen für sein Tagespensum an seinem Schreibtisch saß, tobte spätestens um 11 Uhr das Chaos und alle Vorsätze mussten über den Haufen geworfen werden. Das durfte dieses Mal nicht geschehen, ging Eberhard gar nicht erst in sein Büro, sondern wartete im Treppenhaus auf jenen Mitarbeiter, der für die sehr wohl gelungene Verschönerung der Stadt, also auch für die Verschönerung der von Eberhard am Vortage entdeckten Einkaufsstraße verantwortlich war: „Die braucht dringend ein neues Pflaster“, griffen die beiden zu Papier und Bleistift und rechneten aus, wie viele Pflastersteine wahrscheinlich erforderlich wären, um Eberhards Plan in die Tat umzusetzen. Verrechnen kann sich jeder einmal, stellte sich ein paar Monate später heraus, Pflastersteine wurden nachbestellt, die allerdings nicht so aussahen wie die anderen bereits einwandfrei verlegten. Doch die Lücke ließ sich schließen, wurde die wie neu aussehende Einkaufsstraße endlich eingeweiht und das Chaos begann zu toben, obwohl Eberhard seinerzeit sehr früh aufgestanden war. Es taten sich Risse auf, das Pflaster platzte -vor Begeisterung
über die Tat- und Schaffenskraft, die in dieser Stadt zu herrschen pflegte seit Eberhard das absolute Sagen hatte? Nein, das mit dem Abplatzen war absolut nicht in Ordnung, Schuldige mussten gefunden werden in den Reinigungsmaschinen, die den Sand in den Fugen aufgewirbelt, die Steine gegeneinander getrieben und so zur negativen Oberflächenveränderung veranlasst hatten. Da war Eberhard klar: Das war Pflasterkraftzersetzung…
Heinz-Peter Tjaden

WHV im Finale

Esens/Wilhelmshaven (tj). Der Wilhelmshavener HV steht im Finale des Nordfrost-Cups, Gegner ist TV Emsdetten. Im Spiel gegen den niederländischen Meister Volendam hielt Adam Weiner seinen Kasten ziemlich sauber, im Rückraum wurde gut kombiniert, nach 17 Minuten führten die Biegler-Schützlinge mit 11 : 4. Bei diesem Vorsprung blieb es bis zum Schluss: 31 : 24.

Die Heim-Premiere

Wilhelmshaven (tj). Die Reserve von Hertha BSC besteht aus „grünen Jungs“, die Mannschaft befindet sich im Umbruch, dennoch soll erneut der Klassenerhalt geschafft werden. Der SV Wilhelmshaven jedoch will bei der Drittliga- Heimpremiere die drei Punkte nicht herausrücken. Angepfiffen wird die Partie am 9. August um 19.30 Uhr. Möglicherweise laufen bei den Herthaner ein paar Spieler auf, die auch beim ersten Spiel in der Bundesliga dabei sind. Es wird also spannend – auf eine Niederlage in letzter Minute wie in Bremen werden die SVW-Fans aber verzichten wollen.

Wirtin feiert Feste

Wilhelmshaven-Wiesenhof (tj). Diese Wirtin macht was los: Hanne Ehlers von der „Windigen Ecke“ hievt am 26. und 27. August wieder das Sommerfest im Wiesenhof in den Wilhelmshavener Veranstaltungskalender. Auf der Bühne stehen am Samstag der Shanty-Chor der Marinekameradschaft (15 Uhr), das „Duo Sympathico“ und „Harlekin“ (20.30 Uhr), am Sonntag Blasmusiker (12 Uhr) und Tanzgruppen. Geplant sind auch eine Modenschau und Spiele für Kinder. Der Festerlös kommt krebskranken Kinder zu Gute.

Als Eberhard einmal…

…erfuhr, dass in Wilhelmshaven auch Eishockey gespielt wird, glaubte er das nicht, denn so kalt wurde es in seiner Stadt nur selten, dass Bäche, Flüsse und Teiche zufroren. „Die
spielen in einer Halle“, ließ er sich aufklären, denn Eberhard lernte immer gern etwas dazu. Und so lernte er auch: „Das Eis machen ist teuer.“ Da konnte er mitreden, erinnerte
er sich doch immer noch gern an den Eiswagen, vor dem er in Fedderwardergroden als Kind oft gestanden hatte, um so manche Leckerei auf die Tüte zu bekommen, doch für mehrere
Leckereien reichte sein Taschengeld nur selten, denn Eis machen war wohl teuer, wie er jetzt wieder bestätigt bekam. Doch: Die Halle musste renoviert werden, hatte einen neuen
Eigentümer, der Hilfe brauchte. Konnte er kriegen. Wenn er die Schulden des Vorbesitzers übernahm, denn Schulden mochte Eberhard nicht, außer im Haushalt seiner Stadt. Dann blickte er aus dem Fenster seines Büros und erblickte, was er nicht so gern sah: Demonstranten. Die mussten dringend beruhigt werden, was ihm gelang mit einem Versprechen, das ja nicht unbedingt eingehalten werden musste, zumal der Verein schon nicht mehr in der maroden Halle spielte, weil die Fans mit ihm umgezogen waren in eine Halle außerhalb der Grenzen von Eberhards Stadt. Flüchtlinge also, dachte Eberhard und vergass den Schuldenerlass,
auch teilweise ließ er nicht mit sich reden. Und so kam die Halle unter den Hammer. Nur: Niemand wollte sie ersteigern…
Heinz-Peter Tjaden

Dicker Brocken

Esens (tj). Nordfrost-Cup – heute geht es los. Der Wilhelmshavener HV spielt um 20.20 Uhr in der Dreifachhalle gegen den niederländischen Meister KRAS Volendam. Der WHV-Gegner steht kurz vor der Qualifikation für die Champions-League, ist also ein dicker Brocken. Ein Wiedersehen gibt es mit Marco Beers, der über ein Jahr in Wilhelmshaven gespielt hat und aus familiären Gründen in die Niederlande zurückkehrte.

Wahlen – und keiner geht hin?

Wilhelmshaven (tj). Die Wahlplakate werden geklebt, noch knapp fünf Wochen bis zur Kommunalwahl und die ersten Politiker befürchten bereits, dass 2006 die Wahlbeteiligung noch weiter sinkt. Dazu haben sie auch allen Grund, meint BASU-Ratsherr Joachim Tjaden, denn die SPD gehe bereits auf Schmusekurs mit der CDU, die Grünen seien nicht mehr als ein „Mehrheitsbeschaffer“ und die Linkspartei habe lediglich Papierform. Tjaden: „Da bleibt keine große Auswahl.“

Rettet die Südzentrale!

Wilhelmshaven (tj). Workshops, viele Ideen und Konzepte, doch der Verfall schreitet voran, bald ist die Südzentrale wirklich nicht mehr zu retten. Jetzt gibt es auch einen Katalog für Leute, die sich vielleicht doch noch um den Erhalt kümmern. Zu vieles ist bereits verhallt, dafür ein Beispiel:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Sie hiermit um Unterstützung der Initiative (www.suedzentrale.de) zum Erhalt der „Südzentrale“, dass ehemalige Kraftwerk der Kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven, bitten. Das weit über die Grenzen Wilhelmshavens bekannte und architektonisch wichtige Industriedenkmal „Südzentrale“ war einst eines der wichtigsten Gebäude im Hafen. Jetzt steht es seit nunmehr zehn Jahren verlassen da und verfällt zusehends.
Bestehend aus Maschinenhalle, Bürogebäude, Schalthaus und Kesselhaus steht der heutige Gebäudekomplex auf einem Areal von 17.000 qm. An der Schnittstelle zwischen Hafen und Stadt prägt die weithin sichtbare Maschinenhalle mit einer Höhe von 20 Metern das Stadtbild; der Giebel trägt
als letztes und einziges Gebäude in Wilhelmshaven die Aufschrift „Kaiserliche Werft“, und zeugt so von der wertvollen Authentizität der Anlage.
Gutachter haben die Sanierungsfähigkeit des Gebäudes bestätigt. Leider wurde bislang keinerlei Neunutzung des Gebäudes genehmigt, so dass dieses nach Niedersächsischem Denkmalschutzgesetz mittlerweile als wirtschaftlich unzumutbar gilt.
Am 5. September 2004 wurden auf einem Workshop des Bundes deutscher Architekten alternative Entwicklungsmöglichkeiten auf demGelände unterEinbeziehung der wertvollen, denkmalgeschützten Anlage erarbeitet. Die Ergebnisse werden am 9. Oktober im Wilhelmshavener Wattenmeerhaus vorgestellt.
Vielleicht die letztmögliche Gelegenheit, um überhaupt noch was für die Südzentrale zu erreichen, denn der Abriss steht kurz bevor.
Der „Südzentrale“ fehlt der ernsthafte Investor.
Ich möchte Sie bitten, diese e-mail weiterzuleiten.
Liebe Grüße
Dipl. Ing. (FH) Ulrich Matschuck
Heuweg 13a
D-21244 Buchholz-Trelde
Fon: ( 04186 ) 89 58 501
e-mail: u.matschuck@t-online.de.
Merke: Man muss verhindern, dass Wilhelmshavens Stadtväter dieses Anliegen in die Wüste des Vergessens schicken. Für den geplanten Abriss ist die Stadt zurzeit zum Glück zu pleite…

Als Eberhard einmal…

…eine Neubürgeragentur einweihte, waren mehr Monate vergangen als vorgesehen. Doch das verdross ihn nicht: „Was lange währt, wird endlich gut“, wandelte Eberhard sein Lieblingsmotto „Wer sich wehrt, ist nicht gut“ guter Dinge ab und behielt Recht, wie er am besten am Morgen nachlesen konnte, denn bereits am ersten Neubürger-Tag hatten sich drei in der Agentur eingefunden, die schwanger gingen mit der Hoffnung auf eine Wohnung in Wilhelmshaven. Für diesen Fall vorgesorgt hatte Eberhard schon: Über 5000 Wohnungen standen leer.
Heinz-Peter Tjaden

Im Geschwindigkeitsrausch

Wilhelmshaven-Fedderwardergroden (tj). Jetzt drohen ihm ein dreimonatiges Fahrverbot, Punkte in Flensburg und ein Bußgeld von über 400 Euro: Ein 20-Jähriger raste zu nächtlicher Stunde mit 132 km/h durch Fedderwardergroden, ermittelte die Polizei auf der Preußenstraße mit einer Laserpistole. „Ich wollte nur schnell nach Hause“, erklärte er den Beamten.