WHV macht es nach: Auch Kinder kaufen manchmal unnützes Zeug

Wilhelmshaven. Und es begab sich zu einer Zeit, als Wilhelmshaven regiert wurde als sei die Stadt unregierbar, denn das Geld war knapp und konnte nicht vermehret werden. Also sandte der Oberbürgermeister Späher aus, die sich bis Berlin auf die Pirsch machten nach Helfern, die Löcher im Stadtsäckl zu stopfen. Veberas hätte man kaum gedacht eilte zu Hilfe für 51 000 Taler so gülden wie Wilhelmshaven grün ist. Doch alle Mühe und alle Plag waren vergeblich, denn der Oberbürgermeister breitete Papiere aus, auf denen nichts Lesbares stand, weil sie verfasst waren mit Tinte, die Geschriebenes unsichtbar machte. Da schaute sich Veberas in anderen Orten um nach einem Stadtsäckl ohne Löcher, und sie waren so schnell wie die Feuerwehr. Keinen zusätzlichen Taler nahmen sie dafür, als sie vorschlugen, dass jemand, der so schnell wie die Feuerwehr ist, schnell darauf kommen muss, dass die Feuerwehr sonst eine gar nützliche Einrichtung ist, die meistens ohne Unterlass darauf wartet, dass es irgendwo brennt, was auch in Wilhelmshaven nicht immer geschieht. Veberas zogen sie daraus den weisen Schluss, dass die Arbeitszeit der Feuerwehr vermehret werden muss mit Bücher sortieren, Grünanlagen pflegen, dem Oberbürgermeister die Haarpracht, mag sie auch noch so kurz sein, noch prächtiger machen. Jedoch: Das fanden einige gar nicht prächtig und das nicht nur bei der Feuerwehr. Doch zulässig wäre es gewesen, schrieb Veberas jetzt eilend an einen Ratsherrn, der doch wirklich der irrigen Auffassung war, dass derlei Vorschläge ins Runde müssen, und zwar in jenes Runde, in das nicht nur Viereckiges hingehört.
Heinz-Peter Tjaden

Das Dokument:
Joachim Tjaden, in Wilhelmshaven Ratsherr von Bildung, Arbeit, Soziales und Umwelt (BASU), hat in diesen Tagen Post bekommen von der in Berlin ansässigen Verwaltungs- und Unternehmensberatung Veberas, die von der Verwaltungsspitze als Sparkommissar eingesetzt wurde. Der Brief (es handelt sich wirklich nicht um eine Realsatire):

■ Zunächst ist die in dem Beitrag genannte Honorarhöhe nicht zutreffend. Das Honorar lag bei 40.000
Euro für 50 Beratertage zuzüglich 10% pauschalierter Nebenkosten und der gesetzlichen Umsatz
steuer. Der Auftrag hatte mithin einen Bruttowert von rd. 51.000 Euro (und nicht 75.000 Euro).
■ Gegenstand unseres Projektes war es, mit den Fachbereichen gemeinsam weitergehende
Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung zu entwickeln. Hierzu haben wir vereinbarungsgemäß
vielfältige Workshops durchgeführt, da für uns zunächst nur eine moderierende Rolle vorgesehen
war.
■ Nach den Workshops mussten wir mit dem Verwaltungsvorstand aber erkennen, dass die
Vorschläge aus der Verwaltung selbst nicht ausreichten, um den Haushalt zukünftig ausgeglichen
und mithin rechtskonform zu gestalten. Wir haben deshalb – ohne irgendwelche Mehrkosten –
erhebliche zusätzliche Arbeit investiert, um das Projektziel der Konsolidierung zu erreichen. Unsere
Vorschläge orientieren sich dabei durchweg an den örtlichen Verhältnissen in Wilhelmshaven, was
aber nicht ausschließt, Wirtschaftlichkeitsansätze in anderen Kommunen in die Betrachtung
einzubeziehen.
■ Hinsichtlich der rechtlichen Zulässigkeit des (kritisierten) ergänzenden Einsatzes von
Feuerwehrbeamten für andere Aufgaben verweisen wir auf das rechtskräftige Urteil des VG
Schwerin – 1 B 1265/03 – vom 05.03.2004 – nach dem der von uns aufgegriffene Vorschlag ausdrücklich als
rechtmäßig anerkannt ist. Vor dem Hintergrund aber, dass durch die Umstellung der Arbeitszeit
auf zukünftig nur noch 48 Stunden ein Stellenbedarfsproblem auftritt, haben wir unsere Darstellung im Fortschreibungsbericht zwischenzeitlich modifiziert.