Als Eberhard einmal…

…erfuhr, dass in Wilhelmshaven auch Eishockey gespielt wird, glaubte er das nicht, denn so kalt wurde es in seiner Stadt nur selten, dass Bäche, Flüsse und Teiche zufroren. „Die
spielen in einer Halle“, ließ er sich aufklären, denn Eberhard lernte immer gern etwas dazu. Und so lernte er auch: „Das Eis machen ist teuer.“ Da konnte er mitreden, erinnerte
er sich doch immer noch gern an den Eiswagen, vor dem er in Fedderwardergroden als Kind oft gestanden hatte, um so manche Leckerei auf die Tüte zu bekommen, doch für mehrere
Leckereien reichte sein Taschengeld nur selten, denn Eis machen war wohl teuer, wie er jetzt wieder bestätigt bekam. Doch: Die Halle musste renoviert werden, hatte einen neuen
Eigentümer, der Hilfe brauchte. Konnte er kriegen. Wenn er die Schulden des Vorbesitzers übernahm, denn Schulden mochte Eberhard nicht, außer im Haushalt seiner Stadt. Dann blickte er aus dem Fenster seines Büros und erblickte, was er nicht so gern sah: Demonstranten. Die mussten dringend beruhigt werden, was ihm gelang mit einem Versprechen, das ja nicht unbedingt eingehalten werden musste, zumal der Verein schon nicht mehr in der maroden Halle spielte, weil die Fans mit ihm umgezogen waren in eine Halle außerhalb der Grenzen von Eberhards Stadt. Flüchtlinge also, dachte Eberhard und vergass den Schuldenerlass,
auch teilweise ließ er nicht mit sich reden. Und so kam die Halle unter den Hammer. Nur: Niemand wollte sie ersteigern…
Heinz-Peter Tjaden