Es muss wohl erst jemand durchbohrt werden

Es muss wohl erst einer durchbohrt werden

Wilhelmshaven (tj). „Aua“, unterdrückt Malte den Schmerz, der Elfjährige hat sich beim Herumtoben im Wasser am Fuß leicht verletzt. Bei Ebbe wird sichtbar, was den Jungen gepiekst hat: ein Stück Stahl, das aus einem Betonbrocken ragt. Davon gibt es viele, auch der zweite Betonbrocken trägt eine wirre Stahlfrisur, die sich in Füße bohren, Wasserratten zu Fall bringen oder noch Schlimmeres anrichten kann. „Ich informiere die Polizei“, beschließt Heinz-Peter Tjaden, schickt am 28. Juli ein Fax an die Wilhelmshavener Polizei, die einen Streifenwagen zum Geniusstrand schickt. „Das ist wirklich gefährlich“, schalten die Beamten die Wasserschutzpolizei ein. Doch die ist nicht zuständig, deswegen wird das Wasser- und Schifffahrtsamt eingeschaltet. Tjaden bekommt am 1. August den Zwischenbescheid: „Eine Beseitigung der Gefahrenstelle wird zugesagt. „Doch die gibt es am 5. August immer noch, die gefährliche Stahlfrisur der beiden Betonbrocken ist nicht entfernt worden. Derweil steigen die Temperaturen wieder, die Zahl der Sonnenhungrigen, die sich am Sandstrand im Stadtnorden erholen, wächst und damit die Zahl der Kinder und Erwachsenen, die sich in die Fluten stürzen. Hoffentlich springen sie an den Betonbrocken vorbei, um die sich niemand kümmert…