Als Eberhard einmal…

…ausnahmsweise zu Hause war, beobachtete er seine Frau ohne Unterlass: beim Kochen, beim Abwaschen, sogar beim Fernsehen, bis ihr das zu bunt wurde: „Lass das bitte. Warum starrst du mich ununterbrochen an?“ Eberhard senkte den Blick, obwohl er von einem Experten aus seinem Verwaltungsteam gelernt hatte, wie wichtig Blickkonte waren. Nicht nur im Hafen der Ehe, sondern auch bis zum Großen Hafen. Brunnen wirkten da nur störend, hatte Eberhard begriffen und musste das seiner Frau erzählen, denn: „Jetzt können wir nicht nur auf dem Valoisplatz, sondern weitere 300 Meter jede Art von Veranstaltung veranstalten.“ Das hatte Eberhard zwar etwas unbeholfen ausgedrückt, aber es stimmte, schlief er sich kurz vor Mitternacht nicht am Brunnen vor dem Tore und auch nicht unter einem Lindenbaum in die Gefilde unergründlicher städteplanerischer Weisheit. Eberhards Frau jedoch sprach im Schlaf, und zwar diesen Satz: „Vielleicht solltet ihr diese Pflasterwüste mit Tristram und Isolde eröffnen.“
Heinz-Peter Tjaden
P. S. Für alle Nicht-Wilhelmshavener: Der OB heißt Eberhard Menzel